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RCC-M Abschnitt II – Materialspezifikationen für die Beschaffung, Herstellung und Prüfung von Materialien, die in Druckwasserreaktor-Komponenten (PWR) verwendet werden
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RCC-M Abschnitt II – Materialspezifikationen für die Beschaffung, Herstellung und Prüfung von Materialien, die in Druckwasserreaktor-Komponenten (PWR) verwendet werden

Die RCC-M (Konstruktions- und Bauregeln für mechanische Komponenten von Druckwasserreaktor-Anlagen) ist ein französischer Regelwerk für die Kerntechnik, herausgegeben von der AFCEN (Association Française pour les règles de Conception et de Construction des Matériels des Chaudières Electro-Nucléaires). Abschnitt II der RCC-M behandelt die Materialspezifikationen und ist von entscheidender Bedeutung für die Beschaffung, Herstellung und Prüfung von Materialien, die in Komponenten von Druckwasserreaktoren (PWR) verwendet werden.

    Bestellinformationen

    - Legt die Anforderungen an die Materialbeschaffung fest, einschließlich:
    - Materialbezeichnung (z. B. Güteklassen, Produktformen)
    - Anwendbare Normen (z. B. NF, EN, ASTM-Äquivalente)
    - Lieferbedingungen (Wärmebehandlung, Oberflächenbeschaffenheit, Abmessungen)
    - Lieferantendokumentation (Materialzertifikate, Prüfberichte)
    - Anforderungen an Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit

    Materialcodes & Klassifizierung

    - Umfasst Eisen- und Nichteisenmetalle, die in nuklearen Komponenten verwendet werden:
    - Kohlenstoff- und legierte Stähle (z. B. P265GH, 16MND5)
    - Edelstähle (z. B. Z2CN18-10, Z2CND17-12)
    - Nickelbasierte Legierungen (z. B. NC15Fe, NC30Fe)
    - Andere Werkstoffe (z. B. Aluminium, Kupferlegierungen)
    - Die Werkstoffcodierung folgt dem Klassifizierungssystem der AFCEN (z. B. Mxxxx für Basismetalle, Sxxxx für Schweißzusatzwerkstoffe).

    Chemische Zusammensetzung und mechanische Eigenschaften

    - Definiert zulässige Bereiche für:
    - Chemische Elemente (C, Mn, Si, S, P, Cr, Ni, Mo usw.)
    - Mechanische Eigenschaften (Zugfestigkeit, Streckgrenze, Dehnung, Schlagzähigkeit)
    - Wärmebehandlungsbedingungen (Glühen, Abschrecken, Anlassen)

    Prüf- und Testanforderungen

    - Obligatorische Prüfungen je nach Materialklasse:
    - Zerstörende Prüfverfahren (Zug-, Schlag-, Härte- und Biegeversuche)
    - Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) (Ultraschallprüfung, Röntgenprüfung, Eindringprüfung, Magnetpulverprüfung)
    - Metallurgische Untersuchungen (Korngröße, Mikrostruktur)
    - Testhäufigkeit (Chargenprüfung, Stichprobengröße)
    - Akzeptanzkriterien (basierend auf RCC-M und referenzierten Normen)

    Zusätzliche Anforderungen (falls zutreffend)

    - Zusätzliche Tests für spezifische Anwendungen:
    - Korrosionsbeständigkeitsprüfungen (interkristalline Korrosion, Lochfraß)
    - Hochtemperatureigenschaften (Kriechfestigkeit)
    - Besondere Anforderungen an die zerstörungsfreie Prüfung (Phased-Array-Ultraschallprüfung, TOFD)

    Zertifizierung & Dokumentation

    - Die Materialzertifikate müssen der Norm EN 10204 (Typ 3.1 oder 3.2) entsprechen.
    - Rückverfolgbarkeitsaufzeichnungen (Chargennummer, Schmelzprozess, Herstellungsweg)

    Wichtigste Neuerungen in der neuesten Version (RCC-M 2023)
    - Angleichung an EU-Vorschriften und internationale Normen (z. B. Harmonisierung mit ASME BPVC)
    - Einbeziehung fortschrittlicher Werkstoffe (z. B. verbesserte Edelstähle für Reaktoren der Generationen III/IV)
    - Überarbeitete NDT-Abnahmekriterien (strengere Fehlerbewertung)
    - Aktualisierte Anhänge für Schweißzusatzwerkstoffe (Spezifikationen für Schweißzusatzwerkstoffe)

    Abschnitt II des RCC-M enthält detaillierte Materialcodes für Metalle, die in nuklearen Komponenten verwendet werden, klassifiziert nach Typ (z. B. Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Nickellegierungen). Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Materialcodes aus der neuesten Ausgabe (RCC-M 2023).

    1. Kohlenstoff- und niedriglegierte Stähle
    Unedle Metalle:
    - M1901 – Kohlenstoffstahlplatten (z. B. P265GH, P295GH)
    - M1902 – Schmiedestücke aus Kohlenstoffstahl (z. B. 20MnMoNi5-5)
    - M1903 – Kohlenstoffstahlrohre (z. B. TU42C, TU48C)
    - M2131 – Mangan-Molybdän-Stahlbleche (z. B. 16MND5, 18MND5)
    - M2132 – Schmiedestücke aus Mangan-Molybdän-Nickel-Stahl (z. B. 16MND5, 20MnMoNi5-5)

    Schweißzusatzwerkstoffe:
    - SFA-5.1 – Kohlenstoffstahlelektroden (z. B. E7018)
    - SFA-5.5 – Elektroden aus niedriglegiertem Stahl (z. B. E9018-G)

    2. Edelstähle
    Austenitische Edelstähle:
    - M3201 – 18%Cr-10%Ni-Platten (z. B. Z2CN18-10, 304L)
    - M3202 – 18%Cr-10%Ni Schmiedeteil (z. B. Z2CN18-10)
    - M3204 – 17%Cr-12%Ni-2%Mo-Platten (z. B. Z2CND17-12, 316L)
    - M3301 – Stabilisierte Sorten (z. B. Z6CNT18-10, 321)

    Martensitische und ferritische Edelstähle:
    - M3401 – 12%Cr-Stähle (z. B. Z12CN13, 410)

    Schweißzusatzwerkstoffe:
    - SFA-5.4 – Edelstahlelektroden (z. B. E308L, E316L)
    - SFA-5.9 – Edelstahl-Schweißdrähte (z. B. ER308LSi)

    3. Nickelbasierte Legierungen
    Unedle Metalle:
    - M4101 – Inconel 600 (NC15Fe)
    - M4102 – Inconel 690 (NC30Fe)
    - M4104 – Inconel 718 (NC19FeNb)

    Schweißzusatzwerkstoffe:
    - SFA-5.11 – Nickellegierungselektroden (z. B. ENiCrFe-3)
    - SFA-5.14 – Nickellegierungs-Schweißdrähte (z. B. ERNiCr-3)

    4. Aluminium- und Kupferlegierungen
    - M6101 – Aluminiumlegierungen (z. B. 5083, 6061)
    - M6201 – Kupfer-Nickel-Legierungen (z. B. CuNi30Mn1Fe)

    5. Spezielle Materialien
    - M5101 – Zirkoniumlegierungen (für Brennstabhüllen)
    - M5201 – Titanlegierungen (für bestimmte Bauteile)
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