- Kohlenstoffstahl und kohlenstofflegierter Stahl
- Edelstahl
- Kupfer- und Nickellegierung
- Wärmeeffizienzrohre
- Rohrverbindungsstücke
- Rohrflansche
- Dichtung, Stehbolzen und Mutter
- Industriearmaturen
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Industriearmaturen
Haupttypen von Ventilen in der Öl- und Gasindustrie
A. Absperrschieber
- Funktion: Ein-/Ausschaltung der Isolation (nicht zur Drosselung).
- Konstruktion: Ein Schieber (Keil oder Messer) bewegt sich auf und ab, um den Durchfluss zu blockieren.
- Anwendungen:
- Hochdruckleitungen (ASME Klasse 600+).
- Transport von Rohöl und Erdgas.
- Vorteile:
- Geringer Druckverlust bei vollständig geöffnetem Zustand.
- Bidirektionale Abdichtung.
- Nachteile:
- Langsamer Betrieb, nicht für den häufigen Gebrauch geeignet.
- Anfällig für Erosion bei teilweiser Öffnung.
B. Kugelhahn
- Funktion: Schnelles Abschalten oder Durchflussregelung (Vierteldrehung).
- Konstruktion: Eine rotierende Kugel mit einer Bohrung (vollständig/durchgelassen) ist auf den Strömungsweg ausgerichtet.
- Typen:
- Schwimmendes Kugelventil – Für niedrigen/mittleren Druck.
- Zapfengelagerter Kugelhahn – Für Hochdruckanwendungen (API 6D).
- Anwendungen:
- Rohrleitungsisolierung, Molchstationen.
- LNG, Sauergas (korrosionsbeständige Materialien).
- Vorteile:
- Schnelle Bedienung, dichte Abdichtung.
- Geringer Wartungsaufwand.
- Nachteile:
- Kavitationsrisiko bei Hochdruckabsenkungen.
C. Kugelventil
- Funktion: Drosselung und Durchflussregulierung.
- Konstruktion: Ein Stopfen (eine Scheibe) bewegt sich senkrecht zur Strömungsrichtung und reguliert so die Öffnung.
- Anwendungen:
- Druckregelung, Messstationen.
- Kühlwasser- und Brenngassysteme.
- Vorteile:
- Präzise Durchflussregelung.
- Gute Abschaltfähigkeit.
- Nachteile:
- Hoher Druckabfall.
- Schwerer als Absperr-/Kugelhähne.
D. Rückschlagventil (Rückschlagventil - NRV)
- Funktion: Verhindert Rückfluss.
- Typen:
- Schwingrückschlagventil – Die Scharnierscheibe schwingt bei Durchfluss auf.
- Hubrückschlagventil – Die Scheibe hebt sich vertikal (besser für hohen Druck).
- Doppelplatten-Rückschlagventil – Kompakt, schnell schließend (API 6D).
- Anwendungen:
- Pumpenauslass, Kompressorstationen.
- Unterwasserpipelines.
- Vorteile:
- Keine manuelle Bedienung erforderlich.
- Schützt die Geräte vor Rückfluss.
- Nachteile:
- Gefahr von Wasserschlägen bei zu langsamem Schließen.
E. Absperrklappe
- Funktion: Ein/Aus oder Drosselung in großen Pipelines.
- Design: Eine rotierende Scheibe steuert den Durchfluss (leicht, kompakt).
- Typen:
- Wafer-Typ – Zwischen Flanschen eingeklemmt.
- Lug-Typ – Verschraubt für den Einsatz in Sackgassen.
- Anwendungen:
- Niederdruck-Gas- und Wasserleitungen.
- Brandschutzsysteme.
- Vorteile:
- Kostengünstig, einfache Installation.
- Schnelle Bedienung.
- Nachteile:
- Nicht für hohe Drücke/Temperaturen geeignet.
- Begrenzte Abdichtung im Vergleich zu Kugelventilen.
F. Kegelventil
- Funktion: Ein-/Ausschalten oder Umleiten des Durchflusses.
- Konstruktion: Ein zylindrischer oder konischer Stopfen wird zum Öffnen/Schließen gedreht.
- Anwendungen:
- Schlamm, ätzende Flüssigkeiten.
- Bohrlochkopfsteuerung.
- Vorteile:
- Minimale Leckage, Mehrfachanschlussmöglichkeiten.
- Nachteile:
- Hohes Drehmoment für große Abmessungen erforderlich.
G. Druckbegrenzungsventil (PRV) / Sicherheitsventil
- Funktion: Schützt Rohrleitungen vor Überdruck.
- Typen:
- Federbelastetes Druckregelventil – Einstellbarer Einstelldruck.
- Pilotgesteuertes Druckregelventil – Für Systeme mit hoher Kapazität.
- Anwendungen:
- Lagertanks, Kessel.
- Kompressorstationen.
Internationale Normen für die Ventilherstellung
Ventile in der Öl- und Gasindustrie müssen strenge Sicherheits- und Leistungsstandards erfüllen:
A. API (American Petroleum Institute)
- API 6D – Rohrleitungsventile (Absperrschieber, Kugelventile, Rückschlagventile).
- API 600 – Stahl-Absperrschieber mit verschraubtem Deckel.
- API 598 – Ventilprüfung und -prüfung.
- API 6A – Bohrlochkopf- und Weihnachtsbaumventile.
B. ASME (Amerikanische Gesellschaft der Maschinenbauingenieure)
- ASME B16.34 – Druckangaben für Stahlventile.
- ASME B16.10 – Baulängen.
C. ISO (Internationale Organisation für Normung)
- ISO 14313 – Entspricht API 6D (Rohrleitungsventile).
- ISO 10434 – Stahl-Absperrschieber mit verschraubtem Deckel.
D. MSS (Herstellernormungsgesellschaft)
- MSS SP-44 – Stahlrohrleitungsflansche.
- MSS SP-61 – Hydrostatische Prüfung.
E. NACE (Korrosionsbeständigkeit)
- NACE MR0175/MR0103 – Ventile für den Einsatz in sauren Medien (H₂S).
F. EN (Europäische Normen)
- EN 593 – Absperrklappen.
- EN 12516 – Druckbehälterkonstruktion.
Materialauswahl für Ventile
| Material | Anwendung | Einschränkungen |
| Kohlenstoffstahl | Allgemeine Verwendung (WCB, LCB) | Nicht für korrosive Flüssigkeiten geeignet |
| Edelstahl | Korrosiv, hochtemperaturbeständig (CF8M, 316) | Teuer |
| Duplexstahl | Offshore, Sauergas (UNS S31803) | Hohe Kosten |
| Alloy 20 | Säurebeständige Umgebungen (Carpenter 20) | Begrenzte Verfügbarkeit |
| Titan | Meerwasser, Chloride | Sehr hohe Kosten |
Abschluss
- Absperr- und Kugelventile dominieren Hochdruckleitungen.
- Rückschlagventile verhindern den Rückfluss in Pumpen-/Kompressorsystemen.
- Kugelventile werden zur präzisen Durchflussregelung eingesetzt.
- API 6D und ASME B16.34 sind wichtige Normen für Öl- und Gasventile.
Hauptprüfungen zur Qualitätskontrolle von Industriearmaturen
Um Zuverlässigkeit, Sicherheit und die Einhaltung internationaler Normen zu gewährleisten, werden Industriearmaturen strengen Qualitätskontrollen unterzogen. Nachfolgend sind die wichtigsten Prüfpunkte aufgeführt, die während der Armaturenherstellung und -prüfung durchgeführt werden.
1. Standardventilprüfungen (API 598, ISO 5208, ASME B16.34)
A. Mantelprüfung (Druckprüfung)
- Zweck: Überprüft Ventilkörper und -haube auf Undichtigkeiten oder strukturelle Mängel.
- Verfahren:
- Setzen Sie das Ventilgehäuse mit Wasser (oder Luft/Gas) auf den 1,5-fachen Nenndruck unter Druck (z. B. 2250 psi für ein 1500#-Ventil).
- Für eine bestimmte Dauer halten (typischerweise ≥30 Sekunden).
- Akzeptanzkriterien: Keine sichtbaren Leckagen oder Druckabfälle.
B. Sitzprüfung (Dichtheitsprüfung)
- Zweck: Gewährleistet die dichte Abdichtung der Scheibe/Kugel gegen den Sitz.
- Verfahren:
- Für Niederdruckventile (Klasse 150-600): Luft oder Stickstoff bei 60-100 psi.
- Für Hochdruckventile (Klasse 900+): Hydrostatische Prüfung bei 1,1-fachem Nenndruck.
- Typen:
- Doppelte Block- und Entlüftungsprüfung (DBB): Überprüft sowohl den stromaufwärts als auch den stromabwärts liegenden Ventilsitz.
- Einsitzprüfung: Für Einwegventile (z. B. Rückschlagventile).
- Akzeptanzkriterien: Maximal zulässige Leckage gemäß API 598/ISO 5208 (z. B. 0 Blasen/min für weichdichtende Ventile).
C. Rücksitzprüfung (Spindeldichtungsprüfung)
- Zweck: Überprüft die Dichtheit der Ventilspindel bei vollständig geöffnetem Ventil.
- Verfahren:
- Öffnen Sie das Ventil vollständig und setzen Sie die Motorhaube mit dem 1,1-fachen Nenndruck unter Druck.
- Akzeptanzkriterium: Kein Austreten von Flüssigkeit an der Stielpackung vorbei.
D. Hochdruckgasprüfung (optional für kritische Anwendungen)
- Zweck: Gewährleistung der Sicherheit in Gaspipelines (z. B. Erdgas, Wasserstoff).
- Verfahren:
- Test mit Helium oder Stickstoff bei 1,1-fachem Betriebsdruck.
- Nachweis mittels Massenspektrometer oder Seifenblasentest.
- Akzeptanzkriterium: Leckrate
2. Funktions- und Leistungstests
A. Drehmomentprüfung
- Zweck: Gewährleistet einen reibungslosen Betrieb ohne übermäßigen Kraftaufwand.
- Verfahren:
- Das zum Öffnen/Schließen erforderliche Drehmoment mit einem Drehmomentschlüssel messen.
- Akzeptanzkriterien: Innerhalb der vom Hersteller festgelegten Grenzen.
B. Kryogener Test (Für LNG-Ventile, -196°C)
- Zweck: Überprüfung der Leistungsfähigkeit bei extremer Kälte.
- Verfahren:
- Ventil mit flüssigem Stickstoff kühlen, anschließend Sitz- und Gehäuseprüfungen durchführen.
- Normen: BS 6364, ISO 28921.
C. Brandprüfung (API 607/API 6FA)
- Zweck: Gewährleistet die Ventilintegrität bei Brandeinwirkung.
- Verfahren:
- Das Ventil 30 Minuten lang einer Flamme von 1.400°F (760°C) aussetzen und anschließend einen Dichtsitztest durchführen.
- Akzeptanzkriterien: Keine Leckage (weiche Dichtungen können schmelzen, Metalldichtungen müssen jedoch dicht sein).
D. Test flüchtiger Emissionen (ISO 15848, API 624, TA-Air) .
- Zweck: Überprüfung auf VOC-Leckagen (flüchtige organische Verbindungen) an den Spindeldichtungen.
- Verfahren:
- Helium- oder Methannachweis an den Gelenken von Schaft und Korpus.
- Akzeptanzkriterien:
- ISO 15848 Klasse AH/BH (≤50 ppm).
- API 624 (≤100 ppm).
3. Materialprüfung und zerstörungsfreie Prüfung (ZfP)
A. Farbstoffeindringprüfung (PT)
- Zweck: Erkennung von Oberflächenrissen in gegossenen oder geschweißten Ventilen.
- Verfahren:
- Fluoreszierenden Farbstoff auftragen und unter UV-Licht prüfen.
- Normen: ASTM E165, ASME Sec V.
B. Magnetpulverprüfung (MT)
- Zweck: Auffinden von Defekten unter der Oberfläche ferromagnetischer Materialien.
- Verfahren:
- Teil magnetisieren, Eisenpartikel auftragen.
- Normen: ASTM E709, ASME Sec V.
C. Ultraschallprüfung (UT)
- Zweck: Erkennung von inneren Fehlern (Porosität, Einschlüsse).
- Verfahren:
- Hochfrequente Schallwellen messen die Materialdicke.
- Normen: ASME Sec V, ASTM E317.
D. Radiografische Untersuchung (RT)
- Zweck: Röntgenprüfung von Schweißnähten und Gussteilen.
- Verfahren:
- Nutzt Röntgen- oder Gammastrahlenbildgebung.
- Normen: ASME Sec VIII, ASTM E94.
E. Härteprüfung (Brinell/Rockwell)
- Zweck: Sicherstellen, dass das Material die Festigkeitsanforderungen erfüllt.
- Verfahren:
- Eindruckprüfung an Ventilkörper, Ventilschaft und Ventilsitzen.
- Normen: ASTM E10, ASTM E18.
4. Endabnahme und Dokumentation
- Maßprüfung: Überprüft Flanschfläche, Bohrungsgröße und Endverbindungen.
- Kennzeichnung und Etikettierung: Übereinstimmung mit API 6D, ASME B16.34.
- Zertifizierung: Werksprüfbericht (MTR), NACE MR0175 (falls zutreffend).
Abschluss
Industriearmaturen werden Gehäuse-, Sitz-, Rücksitz- und Funktionsprüfungen unterzogen, um Dichtheit zu gewährleisten. Kritische Anwendungen (LNG, Sauergas) erfordern Prüfungen auf Tieftemperatur-, Brand- und Leckageemissionen. Zerstörungsfreie Prüfverfahren (PT, MT, UT, RT) bestätigen die Materialintegrität.
Wichtige Standards:
- API 598 (Ventilprüfung)
- ISO 5208 (Leckage von Industriearmaturen)
- API 6D (Rohrleitungsventile)
- ASME B16.34 (Druckprüfung)
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