Herstellung von ERW- (elektrisch widerstandsgeschweißten) und HFW-Stahlrohren (hochfrequenzgeschweißt)

Die Herstellung von ERW- (elektrisch widerstandsgeschweißten) und HFW-Stahlrohren (hochfrequenzgeschweißt) aus Stahlcoils umfasst eine Reihe präziser Arbeitsschritte zum Formen, Schweißen und Fertigstellen der Rohre. Hier ist eine schrittweise Einführung in den Prozess:

- 1. Materialvorbereitung (Abwickeln & Nivellieren)- Stahlcoils werden auf einen Abwickler geladen und der Produktionslinie zugeführt.- Der Streifen durchläuft eine Richtmaschine, um Ebenheit zu gewährleisten und etwaige Verformungen zu beseitigen.2. Kantenbeschnitt (optional)- Falls erforderlich, werden die Kanten des Streifens beschnitten, um eine gleichmäßige Breite und glatte Schweißflächen zu gewährleisten.
3. Formgebungsprozess
- Der flache Streifen wird mithilfe einer Reihe von Formwalzen (Käfigwalzen) schrittweise in eine zylindrische Form gebracht.
- Gängige Formgebungsverfahren:
- Stumpfschweißen (ERW): Die Kanten treffen aufeinander, überlappen sich aber nicht.
- Überlappungsschweißen (für dickere Rohre): Die Kanten überlappen sich vor dem Schweißen.
4. Hochfrequenzschweißen (ERW/HFW)
- Die offenen Kanten werden mittels Hochfrequenz-Induktionsschweißen (HFI) oder Hochfrequenz-Kontaktschweißen (HFC) erhitzt.
- Durch Druck werden die Kanten ohne Zusatzwerkstoff miteinander verschmolzen.
- Die Schweißnaht erstarrt sofort und bildet eine nahtlose Verbindung.
5. Schweißnahtgratentfernung
- Der überschüssige Schweißdraht (Schweißgrat) wird mit einem Innen-/Außen-Schrägfräser entfernt, um eine glatte Oberfläche zu gewährleisten.
6. Größenbestimmung & Formgebung
- Das geschweißte Rohr durchläuft Kalibrierwalzen, um den exakten Durchmesser und die Rundheit zu erreichen.
7. Kühlung
- Das Rohr wird mit Wasser oder Luft gekühlt, um die Schweißzone und das Mikrogefüge zu stabilisieren.
8. Richten und Schneiden
- Das Rohr wird mithilfe von Mehrwalzen-Richtmaschinen gerichtet.
Anschließend wird es mit einer fliegenden Säge oder einem hydraulischen Schneidgerät auf die gewünschte Länge zugeschnitten.
9. Inspektion und Prüfung
- Sichtprüfung: Überprüfung auf Oberflächenfehler.
- Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP): Ultraschallprüfung (UT), Wirbelstromprüfung (ET) oder hydrostatische Prüfung zur Sicherstellung der Schweißnahtinte.
- Maßprüfung: Überprüfung von Durchmesser, Wandstärke und Geradheit.
10. Planen und Abschrägen der Enden (optional)
- Die Rohrenden werden entweder glatt geschliffen oder für bessere Schweißbarkeit abgeschrägt.
11. Oberflächenbehandlung und Beschichtung (optional)
- Rohre können zum Schutz vor Korrosion verzinkt, lackiert oder beschichtet sein.
12. Kennzeichnung und Verpackung
Die Rohre werden mit Spezifikationen (Größe, Güteklasse, Norm) gekennzeichnet und für den Versand gebündelt.
Wesentliche Unterschiede zwischen ERW- und HFW-Rohren
| Besonderheit | ERW (Traditionell) | HFW (Modern) |
| Frequenz | Niedrig/Mittel (10-400 kHz) | Hoch (200-450 kHz) |
| Schweißqualität | Gut | Obere (weniger wärmebeeinflusste Zone) |
| Anwendungen | Niederdruck-/Mitteldruckleitungen | Hochfeste, kritische Anwendungen |
Anwendungsbereiche von ERW/HFW-Rohren
- Öl- und Gaspipelines
- Strukturrohre
- Wasserversorgungssysteme
- Automobil- und Maschinenbauteile
Dieses Verfahren gewährleistet hohe Effizienz, Kosteneffektivität und gleichbleibende Qualität bei geschweißten Stahlrohren.







